Restschuldversicherung

Wenn Sie einen Ratenkredit aufnehmen, bieten Banken und Kreditvermittler häufig direkt eine Restschuldversicherung mit an. Sie klingt zunächst beruhigend: Bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod übernimmt die Versicherung die Rückzahlung Ihres Kredits. Doch ist dieser Schutz sein Geld wirklich wert, oder handelt es sich um einen teuren Zusatz, den Sie sich sparen können? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie die Restschuldversicherung funktioniert, was sie kostet und für wen sie sich lohnt.

In Kürze

  • Eine Restschuldversicherung sichert die Rückzahlung eines Kredits bei Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod ab.
  • Die Kosten werden meist als Einmalbetrag auf die Kreditsumme aufgeschlagen und können den Kredit deutlich verteuern.
  • Seit dem 1. Januar 2025 darf die Versicherung erst eine Woche nach Abschluss des Kreditvertrags geschlossen werden.
  • Für viele Verbraucher ist eine Risikolebensversicherung die günstigere Alternative.
  • Ob sich der Schutz lohnt, hängt von Ihrer Lebenssituation, bestehenden Versicherungen und der Kreditlaufzeit ab.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Die Restschuldversicherung, auch Restkreditversicherung oder Ratenschutzversicherung genannt, ist eine Zusatzversicherung zu einem Ratenkredit. Sie übernimmt die noch offenen Kreditraten, wenn Sie durch ein bestimmtes Ereignis nicht mehr in der Lage sind, den Kredit selbst zurückzuzahlen. Damit profitieren sowohl Sie als Kreditnehmer als auch die Bank, die ihr Ausfallrisiko reduziert. Laut offiziellen Zahlen wird seit 2010 durchgehend etwa jeder vierte bis jeder dritte Ratenkredit in Deutschland zusammen mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen.

Weitere Grundlagen zum Thema Kreditabsicherung finden Sie in unserem Ratenkredit-Vergleich.

Wie funktioniert die Restschuldversicherung?

Je nach Vertrag deckt die Restschuldversicherung einzelne oder mehrere der folgenden Risiken ab.

Todesfall

Todesfall

Verstirbt der Kreditnehmer während der Laufzeit, übernimmt die Versicherung die Rückzahlung der Restschuld. Damit werden Angehörige entlastet, die den Kredit sonst weiter bedienen müssten.

Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähigkeit

Bei schwerer Krankheit oder Unfall, die zur Arbeitsunfähigkeit führen, zahlt die Versicherung die Kreditraten meist für einen begrenzten Zeitraum weiter.

Job

Arbeitslosigkeit

Verlieren Sie unverschuldet Ihren Arbeitsplatz, springt die Versicherung ebenfalls ein, allerdings häufig erst nach einer Wartezeit und nur für einen begrenzten Zeitraum.

Wichtig zu wissen: Die Versicherer nutzen oft zahlreiche Ausschlussklauseln. Bereits vor Vertragsabschluss bekannte Erkrankungen oder eine Kündigung durch den Arbeitgeber selbst führen häufig dazu, dass die Versicherung die Leistung verweigert.

kostet eine Restschuldversicherung?

Was kostet eine Restschuldversicherung?

Anders als bei klassischen Versicherungen zahlen Sie bei der Restschuldversicherung keine laufenden Monatsbeiträge. Stattdessen wird ein Einmalbetrag direkt auf die Kreditsumme aufgeschlagen und über die Laufzeit mitfinanziert, inklusive Zinsen. Das bedeutet: Sie zahlen nicht nur die Versicherungsprämie, sondern auch noch Zinsen auf diese Prämie.

Die Höhe der Kosten hängt von mehreren Faktoren ab.

  • Umfang des versicherten Risikos, also ob nur Tod oder auch Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit eingeschlossen sind
  • Höhe der Kreditsumme
  • Laufzeit des Kredits
  • Eintrittsalter des Versicherungsnehmers

Gerade bei kleineren Krediten mit kurzer Laufzeit fallen die Kosten der Restschuldversicherung im Verhältnis besonders hoch aus. In einem vielbeachteten Urteil bezeichnete das Landgericht Nürnberg Versicherungskosten von 15,6 Prozent der Kreditsumme in einem konkreten Fall als bedenklich hoch. Das zeigt, wie stark eine Restschuldversicherung die Gesamtkosten eines Kredits in die Höhe treiben kann.

Bevor Sie einen Kredit mit Restschuldversicherung abschließen, lohnt sich ein Blick in unseren Kreditvergleich, um die tatsächlichen Gesamtkosten verschiedener Angebote gegenüberzustellen.

Neue gesetzliche Regelung seit 2025

Bis Ende 2024 wurde die Restschuldversicherung häufig zeitgleich mit dem Kreditvertrag abgeschlossen, oft unter Zeitdruck direkt am Bankschalter. Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine neue Regel: Der Vertrag über die Restschuldversicherung darf erst frühestens eine Woche nach Unterschrift des Kreditvertrags geschlossen werden. Diese Wartefrist soll Verbraucher vor übereilten Entscheidungen schützen und Ihnen Zeit geben, das Angebot in Ruhe zu prüfen. Verstößt ein Versicherer gegen diese Vorgabe, ist der Versicherungsvertrag ungültig.

Restschuldversicherung oder lieber eine Alternative?

Die bekannteste Alternative zur Restschuldversicherung ist die Risikolebensversicherung. Sie sichert Ihre Angehörigen im Todesfall ab und ist völlig unabhängig vom Kredit abschließbar. Je nach Alter, Gesundheitszustand und gewünschter Versicherungssumme ist eine Risikolebensversicherung oft schon für deutlich unter 10 Euro im Monat erhältlich, und das bei einem meist größeren Leistungsumfang.

Restschuldversicherung: ca. 1.560 Euro Gesamtkosten. Risikolebensversicherung: ca. 480 Euro Gesamtkosten.
Restschuldversicherung Risikolebensversicherung

Der folgende Überblick zeigt, worauf sich der Kostenvergleich stützt.

  • Restschuldversicherung: Einmalbeitrag, mitfinanziert über die Kreditlaufzeit, oft mit Ausschlussklauseln.
  • Risikolebensversicherung: monatlicher Beitrag, unabhängig vom Kredit, meist günstiger und flexibler kündbar.
  • Bestehender Schutz: Wer bereits eine Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung hat, benötigt häufig keine zusätzliche Restschuldversicherung.
Restschuldversicherung

Für wen lohnt sich eine Restschuldversicherung?

Eine Restschuldversicherung kann sinnvoll sein, wenn Sie keinen anderweitigen Versicherungsschutz besitzen und sich für Angehörige oder sich selbst zusätzlich absichern möchten, insbesondere bei größeren Kreditsummen und längeren Laufzeiten. Für kleinere Kredite mit kurzer Laufzeit lohnt sich der Aufpreis in vielen Fällen nicht. Prüfen Sie deshalb vor Vertragsabschluss immer, ob bestehende Versicherungen die gleichen Risiken bereits abdecken.

Restschuldversicherung kündigen

Haben Sie bereits eine Restschuldversicherung abgeschlossen, können Sie diese in der Regel kündigen. Prüfen Sie hierfür die Vertragsbedingungen und die dort genannten Kündigungsfristen. Bei berechtigten Zweifeln an der ordnungsgemäßen Aufklärung durch die Bank kann sich zudem eine unabhängige Beratung lohnen.

Fazit

Die Restschuldversicherung bietet zwar einen gewissen Schutz, ist aber in vielen Fällen teurer als notwendig und mit Einschränkungen verbunden. Bevor Sie sich für diesen Zusatz entscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre bestehenden Versicherungen und auf günstigere Alternativen wie die Risikolebensversicherung. So vermeiden Sie unnötige Kosten und erhalten trotzdem den Schutz, den Sie tatsächlich brauchen.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Restschuldversicherung Pflicht?

Nein. Die Restschuldversicherung ist grundsätzlich freiwillig. Banken dürfen den Abschluss eines Kredits nicht von einer solchen Versicherung abhängig machen.

Was kostet eine Restschuldversicherung im Durchschnitt?

Die Kosten variieren stark je nach Kreditsumme, Laufzeit und Leistungsumfang. Sie werden als Einmalbetrag auf die Kreditsumme aufgeschlagen und können je nach Angebot einen deutlichen zweistelligen Prozentsatz der Kreditsumme ausmachen.

Kann ich eine bereits abgeschlossene Restschuldversicherung kündigen?

Ja, in der Regel ist eine Kündigung möglich. Die genauen Fristen und Bedingungen entnehmen Sie Ihrem Versicherungsvertrag.

Was ist der Unterschied zwischen Restschuldversicherung und Risikolebensversicherung?

Die Restschuldversicherung ist an den Kreditvertrag gekoppelt und wird über die Kreditlaufzeit mitfinanziert. Die Risikolebensversicherung ist unabhängig vom Kredit, wird monatlich bezahlt und oft günstiger sowie flexibler angeboten.

Seit wann gilt die neue Wartefrist bei der Restschuldversicherung?

Seit dem 2. Januar 2025 darf die Restschuldversicherung erst eine Woche nach Unterschrift des Kreditvertrags abgeschlossen werden.

Weitere Hintergründe zur Verbraucherrechtslage finden Sie auf der Website der Verbraucherzentrale.

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