Paar vergleicht auf dem Balkon Unterlagen zu Dispokredit und Ratenkredit am Laptop

Das Konto rutscht ins Minus, und der Dispo springt ein. Das ist bequem, denn Sie müssen keinen Antrag stellen und niemanden fragen. Genau deshalb nutzen viele Menschen den Dispokredit über Wochen oder sogar Monate. Doch die Dispokredit Zinsen gehören zu den höchsten, die Banken für Privatkunden verlangen. In diesem Ratgeber vergleichen wir Dispo und Ratenkredit mit einem konkreten Rechenbeispiel. Sie erfahren, wann der Dispo in Ordnung ist und ab wann sich ein Ratenkredit lohnt.

In Kürze

  • Der Dispokredit ist in fast allen Fällen teurer als ein Ratenkredit.
  • Dispozinsen liegen oft bei rund 10 bis 13 Prozent pro Jahr, Ratenkredite je nach Bonität meist deutlich darunter.
  • Beispiel: 3.000 Euro Dispo, der ein Jahr stehen bleibt, kosten bei 11 Prozent rund 330 Euro Zinsen. Mit einem Ratenkredit zu 6 Prozent sind es rund 96 Euro.
  • Für kurze Engpässe von wenigen Tagen oder Wochen ist der Dispo eine praktische Lösung.
  • Wenn Sie länger als ein bis zwei Monate im Minus sind, lohnt es sich meist, den Dispo mit einem Ratenkredit abzulösen.

Was ist ein Dispokredit?

Der Dispokredit, auch Dispositionskredit oder kurz Dispo genannt, ist ein Kreditrahmen auf Ihrem Girokonto. Ihre Bank erlaubt Ihnen, das Konto bis zu einer festgelegten Grenze zu überziehen. Die Höhe richtet sich meist nach Ihrem monatlichen Einkommen und liegt oft beim Zwei- bis Dreifachen des Nettogehalts.

Einen Antrag brauchen Sie dafür nicht. Sobald Ihr Kontostand ins Minus rutscht, nutzen Sie den Dispo automatisch. Zinsen zahlen Sie nur für den Betrag und die Tage, an denen Ihr Konto tatsächlich im Minus ist. Eine feste Rückzahlung gibt es nicht. Jeder Geldeingang auf dem Konto verringert den offenen Betrag.

So hoch sind die Dispokredit Zinsen aktuell

Die Dispozinsen legt jede Bank selbst fest. Im Durchschnitt liegen sie in Deutschland bei rund 11 Prozent pro Jahr, bei einzelnen Banken auch deutlich darüber. Aktuelle Vergleiche finden Sie zum Beispiel beim Dispo-Vergleich des Handelsblatts.

Noch teurer wird es, wenn Sie Ihr Konto über den vereinbarten Rahmen hinaus überziehen. Für diese sogenannte geduldete Überziehung verlangen viele Banken einen zusätzlichen Aufschlag.

Was ist ein Ratenkredit?

Ein Ratenkredit ist ein Darlehen mit festem Betrag, fester Laufzeit und festen monatlichen Raten. Sie erhalten die Kreditsumme auf einmal ausgezahlt und zahlen sie in gleichbleibenden Raten zurück. Der Zinssatz steht in der Regel für die gesamte Laufzeit fest.

Ratenkredite sind meist nicht zweckgebunden. Sie können damit also eine neue Waschmaschine finanzieren, eine Reparatur bezahlen oder einen bestehenden Dispo ablösen. Mehr zu den Konditionen erfahren Sie auf unserer Seite zum Ratenkredit.

Ratenkredit oder Dispokredit: Der direkte Vergleich

MerkmalDispokreditRatenkredit
ZinsenHoch, oft rund 10 bis 13 % pro JahrMeist deutlich niedriger, abhängig von Bonität und Laufzeit
ZinssatzVariabel, die Bank kann ihn ändernIn der Regel fest für die gesamte Laufzeit
AntragNicht nötig, der Rahmen ist bereits eingerichtetOnline-Antrag mit Bonitätsprüfung
VerfügbarkeitSofortMeist innerhalb weniger Tage
RückzahlungKeine feste Rate, jeder Geldeingang tilgtFeste monatliche Raten
LaufzeitUnbegrenztFest vereinbart
Geeignet fürKurze Engpässe von wenigen Tagen oder WochenGrößere Beträge und längere Zeiträume

Rechenbeispiel: So viel kostet der Dispo im Vergleich

Angenommen, Sie benötigen 3.000 Euro für eine unerwartete Autoreparatur. Wir vergleichen drei Varianten über zwölf Monate. Für den Dispo rechnen wir mit 11 Prozent effektivem Jahreszins, für den Ratenkredit mit 6 Prozent.

  • Ratenkredit: Sie zahlen zwölf Raten von rund 258 Euro. Die Zinskosten betragen insgesamt rund 96 Euro.
  • Dispo mit gleicher Rückzahlung: Sie zahlen jeden Monat rund 264 Euro zurück. Die Zinskosten liegen bei rund 173 Euro.
  • Dispo, der stehen bleibt: Sie gleichen das Minus erst nach einem Jahr aus. Dann zahlen Sie rund 330 Euro Zinsen.
Zinskosten für 3.000 Euro über 12 Monate Ratenkredit (6 % eff.) ca. 96 € Dispo, gleiche Rückzahlung (11 % eff.) ca. 173 € Dispo, 12 Monate stehen gelassen (11 % eff.) ca. 330 € Vereinfachte Beispielrechnung. Tatsächliche Kosten hängen von Zinssatz, Bonität und Rückzahlung ab.

Der Ratenkredit ist schon bei gleicher Rückzahlung deutlich günstiger. Den größten Unterschied macht aber das Verhalten. Beim Dispo fehlt eine feste Rate, deshalb bleibt das Minus oft länger stehen als geplant. Im Beispiel kostet das mehr als dreimal so viel wie der Ratenkredit. Eigene Werte können Sie mit unserem Kreditrechner durchrechnen.

Wann ist der Dispo in Ordnung?

Der Dispo hat seine Berechtigung. Für kurze Engpässe ist er oft die einfachste Lösung.

  • Sie sind nur wenige Tage bis zum nächsten Gehaltseingang im Minus.
  • Es geht um einen kleinen Betrag, den Sie im Folgemonat vollständig ausgleichen.
  • Sie brauchen das Geld sofort und haben keine Zeit für einen Kreditantrag.

Ein kleiner Betrag über kurze Zeit kostet wenig. Bei 11 Prozent Dispozins zahlen Sie für 1.000 Euro Minus etwa 9 Euro im Monat.

Wann lohnt sich ein Ratenkredit?

Ein Ratenkredit ist in der Regel die bessere Wahl, wenn eine der folgenden Situationen auf Sie zutrifft.

  • Ihr Konto ist seit mehr als ein bis zwei Monaten im Minus.
  • Sie planen eine größere Anschaffung, die Sie nicht mit dem nächsten Gehalt bezahlen können.
  • Ihr Dispo ist fast ausgeschöpft und Sie sehen keinen schnellen Ausgleich.
  • Sie möchten einen klaren Plan, wann Sie schuldenfrei sind.

Übrigens müssen Banken Ihnen eine Beratung anbieten, wenn Sie den Dispo sechs Monate lang ununterbrochen und im Durchschnitt zu mehr als 75 Prozent nutzen. Das regelt § 504a BGB. Spätestens dann ist es sinnvoll, über eine Alternative nachzudenken.

Dispokredit umschulden: So gehen Sie vor

  1. Offenen Betrag prüfen: Schauen Sie, wie hoch Ihr Minus aktuell ist und wie lange Sie für die Rückzahlung realistisch brauchen.
  2. Kredite vergleichen: Nutzen Sie einen kostenlosen Kreditvergleich, zum Beispiel bei Netkredit24.de, um passende Angebote zu finden.
  3. Rate passend wählen: Wählen Sie eine Laufzeit, bei der die monatliche Rate gut in Ihr Budget passt.
  4. Dispo ausgleichen: Nach der Auszahlung gleichen Sie mit der Kreditsumme Ihr Girokonto aus.
  5. Dispo nicht erneut nutzen: Planen Sie einen kleinen Puffer ein, damit Ihr Konto nicht wieder ins Minus rutscht. Wenn nötig, können Sie Ihre Bank bitten, den Dispo-Rahmen zu senken.

Für kleinere Beträge kann auch ein Minikredit eine Alternative sein. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Dispo vermeiden.

Fazit: Der Dispo ist praktisch, der Ratenkredit meist günstiger

Beim Vergleich zwischen Ratenkredit und Dispokredit ist das Ergebnis klar. Der Dispo ist ideal für kurze Engpässe von wenigen Tagen oder Wochen. Für größere Beträge und längere Zeiträume zahlen Sie mit einem Ratenkredit in der Regel deutlich weniger Zinsen. Dazu kommen feste Raten und ein klares Enddatum. Wenn Ihr Konto seit Monaten im Minus ist, lohnt sich ein Blick auf Ihre Möglichkeiten. Mit dem kostenlosen Kreditvergleich von Netkredit24.de finden Sie schnell ein passendes Angebot.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Dispokredit günstiger als ein Ratenkredit?

Nein, in fast allen Fällen ist der Dispokredit teurer. Die Dispokredit Zinsen liegen oft bei rund 10 bis 13 Prozent pro Jahr. Ratenkredite sind je nach Bonität meist deutlich günstiger.

Was kostet 1.000 Euro Dispo im Monat?

Bei einem Dispozins von 11 Prozent kostet ein Minus von 1.000 Euro etwa 9 Euro pro Monat. Über ein ganzes Jahr sind es rund 110 Euro.

Wie kann ich Dispozinsen berechnen?

Sie multiplizieren den offenen Betrag mit dem Zinssatz und der Anzahl der Tage im Minus und teilen das Ergebnis durch 365. Beispiel: 2.000 Euro × 0,11 × 30 Tage ÷ 365 ergibt rund 18 Euro.

Kann ich meinen Dispo mit einem Ratenkredit ablösen?

Ja. Sie nehmen einen Ratenkredit auf und gleichen mit der Kreditsumme Ihr Girokonto aus. Danach zahlen Sie den Betrag in festen Raten und meist zu niedrigeren Zinsen zurück.

Was passiert, wenn ich meinen Dispo überziehe?

Überziehen Sie den vereinbarten Rahmen, spricht man von einer geduldeten Überziehung. Dafür verlangen viele Banken einen Zinsaufschlag. Bei längerer Überziehung kann die Bank Sie auffordern, das Konto innerhalb einer Frist auszugleichen.

Ab wann lohnt sich eine Umschuldung des Dispos?

Als Faustregel gilt: Sind Sie länger als ein bis zwei Monate im Minus oder geht es um einen größeren Betrag, lohnt sich ein Ratenkredit meist.

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¹Repräsentatives Beispiel gemäß § 6a Abs. 4 PAngV: ¹2/3 aller Kunden erhalten: Nettodarlehensbetrag 30.000,00€, 84 Monate Laufzeit, 4,990% effektiver Jahreszins, 4,883% p.a. gebundener Sollzins, 84 mtl. Raten zu je 137,84€, 6.616,32€ Gesamtbetrag, Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG, Darmstädter Str. 62, 64354 Reinheim.
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