Die Tage werden kürzer, die Heizung läuft wieder und Weihnachten ist nicht mehr weit. Genau jetzt lohnt sich ein Blick auf die eigenen Finanzen. Wer seine Finanzen ordnen möchte, findet im Herbst den idealen Zeitpunkt: So starten Sie entspannter in den Winter und vermeiden, dass Nachzahlungen oder Geschenke das Konto ins Minus drücken. In diesem Ratgeber zeigt Ihnen Netkredit24.de, wie Sie Ihren persönlichen Herbst-Finanzcheck in 5 einfachen Schritten durchführen.
In Kürze
- Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um vor den teuren Wintermonaten einen Kassensturz zu machen.
- Prüfen Sie zuerst Ihre Fixkosten und Abos, danach Ihren Dispo und bestehende Kredite.
- Planen Sie Heizkosten, mögliche Nebenkostennachzahlungen und Weihnachtsausgaben fest in Ihr Budget ein.
- Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben schützt Sie vor teuren Überziehungszinsen.
Finanzen ordnen: Warum sich der Herbst dafür lohnt
Im Herbst kommen mehrere Ausgaben zusammen: Die Heizperiode beginnt, viele Haushalte erhalten ihre Nebenkostenabrechnung und im Dezember stehen Geschenke und Feiertage an. Wer seine Finanzplanung privat erst im Januar angeht, stellt oft fest, dass das Konto bereits überzogen ist. Ein Finanzcheck im Oktober oder November gibt Ihnen genug Zeit, um gegenzusteuern.
Schritt 1: Verschaffen Sie sich einen Überblick
Am Anfang steht ein ehrlicher Kassensturz. Nehmen Sie sich die Kontoauszüge der letzten drei Monate vor und notieren Sie alle Einnahmen und Ausgaben. Ein einfaches Haushaltsbuch, eine Tabelle oder die Auswertung Ihrer Banking-App reichen dafür völlig aus.
Fixkosten senken
Teilen Sie Ihre Ausgaben in feste und variable Kosten auf. Zu den Fixkosten zählen zum Beispiel Miete, Strom, Versicherungen, Handyvertrag und Kreditraten. Prüfen Sie jeden Posten: Gibt es einen günstigeren Tarif? Ist eine Versicherung doppelt vorhanden? Schon kleine Beträge summieren sich über das Jahr.
Abos kündigen, die Sie nicht nutzen
Streamingdienste, Fitnessstudio, Apps oder Zeitschriften laufen oft unbemerkt weiter. Kündigen Sie alles, was Sie in den letzten Monaten kaum genutzt haben. Viele Verträge lassen sich über den Kündigungsbutton auf der Website des Anbieters mit wenigen Klicks beenden.
Schritt 2: Prüfen Sie Ihren Dispo
Werfen Sie einen Blick darauf, wie oft Ihr Konto in den letzten Monaten im Minus war. Der Dispositionskredit ist bequem, gehört aber zu den teuersten Kreditformen. Wer dauerhaft im Dispo steckt, zahlt oft deutlich mehr Zinsen als bei einem Ratenkredit.
Wenn Sie Ihren Dispo regelmäßig nutzen, gibt es zwei Wege: Sie bauen das Minus mit einem festen monatlichen Betrag gezielt ab oder Sie lösen es mit einem günstigeren Ratenkredit ab. Welche Variante für Sie sinnvoll ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber Ratenkredit oder Dispokredit: Was ist wirklich teurer?. Weitere Möglichkeiten finden Sie unter Alternativen zum Dispo.
Schritt 3: Überprüfen Sie bestehende Kredite
Haben Sie laufende Kredite, lohnt sich ein genauer Blick in die Verträge. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Zinssatz: Liegt Ihr effektiver Jahreszins deutlich über den aktuellen Angeboten, kann sich ein Wechsel lohnen.
- Restlaufzeit und Restschuld: Wie lange zahlen Sie noch und wie hoch ist der offene Betrag?
- Sondertilgung: Verbraucherkredite dürfen Sie jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Die Bank darf dafür höchstens 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags verlangen, bei einer Restlaufzeit unter einem Jahr höchstens 0,5 Prozent.
Mehrere kleine Kredite lassen sich oft zu einem Kredit mit einer einzigen Rate zusammenfassen. Ob sich das für Sie rechnet, zeigt ein Vergleich über einen Umschuldungskredit. Wie sich Ihre Rückzahlung zusammensetzt, sehen Sie übersichtlich, wenn Sie einen Tilgungsplan erstellen.
Schritt 4: Planen Sie die Winterkosten ein
Im Winter steigen viele Ausgaben, die sich gut vorhersehen lassen. Wer ein Budget planen möchte, sollte diese Posten frühzeitig berücksichtigen:
| Ausgabe | Wann sie anfällt | So planen sie vor |
|---|---|---|
| Heizkosten | Oktober bis März | Abschläge prüfen und bei Bedarf erhöhen |
| Nebenkostenabrechnung | meist im Laufe des Jahres | Rücklage für eine mögliche Heizkosten-Nachzahlung bilden |
| Weihnachtsgeschenke | Dezember | festes Geschenkbudget pro Person festlegen |
| Winterreifen und Autopflege | Oktober bis November | Termin früh buchen, Kosten einplanen |
| Versicherungen und Beiträge | oft zum Jahreswechsel | Fälligkeiten im Kalender notieren |
Kommt eine hohe Heizkosten-Nachzahlung, lohnt es sich, die Abrechnung genau zu prüfen. Unterstützung dabei bietet zum Beispiel die Verbraucherzentrale.
Schritt 5: Bauen Sie eine Rücklage auf
Ein finanzieller Puffer ist der beste Schutz vor teuren Überraschungen. Ob kaputte Waschmaschine oder Autoreparatur: Mit einem Notgroschen müssen Sie nicht auf den Dispo zurückgreifen.
Wie hoch sollte der Notgroschen sein?
Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Wer sein Einkommen schwankend erzielt oder allein für eine Familie sorgt, plant eher mit dem oberen Wert. Legen Sie das Geld auf ein Tagesgeldkonto, damit es verfügbar bleibt und trotzdem getrennt vom Girokonto liegt.
Rücklagen bilden mit kleinen Beträgen
Sie müssen nicht sofort die volle Summe ansparen. Richten Sie einen Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang ein, zum Beispiel über 50 Euro im Monat. So wächst Ihre Rücklage automatisch, ohne dass Sie aktiv daran denken müssen.
Fazit: Mit einem klaren Plan entspannt ins neue Jahr
Ein Herbst-Finanzcheck kostet Sie nur ein paar Stunden, verschafft Ihnen aber für die kommenden Monate Ruhe. Wenn Sie Ihre Fixkosten kennen, den Dispo im Griff haben, Kredite geprüft und Winterkosten eingeplant haben, starten Sie mit einem guten Gefühl in das neue Jahr. Und falls Sie für eine größere Ausgabe doch eine Finanzierung brauchen, hilft Ihnen der Kreditrechner von Netkredit24.de dabei, die passende Rate zu finden.
Häufige Fragen zum Herbst-Finanzcheck
Ein ausführlicher Finanzcheck einmal im Jahr ist sinnvoll, der Herbst eignet sich wegen der anstehenden Winterkosten besonders gut. Zusätzlich hilft ein kurzer Blick auf das Konto einmal im Monat.
Sammeln Sie die Kontoauszüge der letzten drei Monate, listen Sie alle Einnahmen und Ausgaben auf und teilen Sie die Ausgaben in Fixkosten und variable Kosten. So erkennen Sie schnell, wo Ihr Geld hinfließt.
Empfohlen werden drei bis sechs Monatsausgaben. Bewahren Sie den Betrag am besten auf einem Tagesgeldkonto auf, damit Sie im Notfall schnell darauf zugreifen können.
Wenn Sie Ihren Dispo dauerhaft nutzen, kann ein Ratenkredit mit niedrigerem Zinssatz deutlich günstiger sein. Wichtig ist, dass Sie den Dispo danach nicht erneut ausschöpfen.
Ja. Verbraucherkredite können Sie jederzeit ganz oder teilweise zurückzahlen. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung von höchstens 1 Prozent des zurückgezahlten Betrags verlangen, bei weniger als einem Jahr Restlaufzeit höchstens 0,5 Prozent.

