Was Sie für eine Kreditkarte mitbringen müssen
Onlineshopping ist fest im Alltag verankert, und für Zahlungen im Internet greifen viele Menschen zur Kreditkarte. Ob Kleidung, Schuhe, Fernseher, Smartphones, Sofas oder sogar Lebensmittel: Nahezu alles lässt sich heute online bestellen.
Mit der Kreditkarte gewährt Ihnen die Bank kurzzeitig einen Kredit. Das Beantragen einer Kreditkarte ist sehr einfach. Trotzdem müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen: In der Regel sind das Volljährigkeit, ein Wohnsitz in Deutschland, eine ausreichende Bonität und ein regelmäßiges Einkommen. Welche Voraussetzungen im Einzelnen gelten, hängt vom Kartenmodell und von der Bank ab.
In Kürze
- Grundvoraussetzungen: Für eine klassische Kreditkarte müssen Sie in der Regel volljährig sein, in Deutschland wohnen und eine positive Bonität haben.
- Einkommen: Ein gesetzliches Mindesteinkommen gibt es nicht. Die Bank richtet den Kreditrahmen aber nach Ihrem Einkommen aus.
- Art der Kreditkarte: Charge- und Revolving-Karten setzen eine Bonitätsprüfung voraus, Debit- und Prepaid-Karten meist nicht.
- Legitimation: Ihre Identität weisen Sie per Video-Ident, Online-Ausweis oder POSTIDENT nach.
- Bei Ablehnung: Prüfen Sie Ihre SCHUFA-Daten und weichen Sie bei Bedarf auf eine Debit- oder Prepaid-Karte aus.
Welchen Nutzen habe ich von einer Kreditkarte?
Eine Kreditkarte bietet Ihnen finanzielle Flexibilität, indem sie weltweite Zahlungen und Online-Einkäufe ermöglicht, ohne Ihr Girokonto sofort zu belasten. Insbesondere die Charge-Karte, eine gängige Form der Kreditkarte, erlaubt sofortige Einkäufe, während die tatsächliche Abbuchung erst am Monatsende erfolgt.
Bis zur monatlichen Abrechnung verfügen Sie so über einen zinsfreien Kreditrahmen. Besonders vorteilhaft ist das, wenn Ihr Gehalt am Monatsende eingeht und Sie die Abrechnung ohne Verzögerung begleichen können. Dadurch müssen Sie während des Monats keine größeren Summen Ihres Guthabens verwenden und behalten leichter den Überblick über Ihre Finanzen.
Wesentliche Bedingungen für den Erwerb einer Kreditkarte
Für die Beantragung einer Kreditkarte müssen Sie einige grundlegende Bedingungen erfüllen. Die meisten Banken verlangen Folgendes:
- Fester Wohnsitz in Deutschland: Die meisten Banken setzen voraus, dass Ihr Hauptwohnsitz in Deutschland liegt und Sie dort gemeldet sind.
- Mindestens 18 Jahre alt: Volljährigkeit ist Voraussetzung für eine Kreditkarte mit Kreditrahmen. Prepaid- und Debitkarten bieten manche Banken auch Jugendlichen an, dann immer mit Zustimmung der Eltern.
- Nachweisbare Kreditwürdigkeit: Für klassische Modelle wie die Charge- oder Revolving-Karte ist eine stabile Bonität ein entscheidendes Kriterium.
- Regelmäßiges Einkommen: Die Bank möchte sehen, dass Sie die monatliche Abrechnung zuverlässig bezahlen können.
- Girokonto als Verrechnungskonto: Über dieses Konto werden die Kreditkartenumsätze abgebucht.
Bonitätsprüfung: Ein entscheidender Prozess
Die Vergabe eines Kreditrahmens bei einer klassischen Kreditkarte orientiert sich meist am regelmäßigen Einkommen des Karteninhabers. Für die Bank bedeutet das ein Risiko, falls Rechnungen nicht bezahlt werden.
Bei der Beantragung einer Kreditkarte ist deshalb eine Bonitätsprüfung üblich, häufig durch eine Anfrage bei der SCHUFA. Der SCHUFA-Score spiegelt Ihre Kreditwürdigkeit anhand Ihres bisherigen Zahlungsverhaltens wider. Negative Einträge, etwa wegen nicht bezahlter Raten, gerichtlicher Mahnverfahren oder einer Privatinsolvenz, können dazu führen, dass keine herkömmliche Kreditkarte ausgestellt wird.
Tipp: Bei der SCHUFA können Sie kostenlos eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern (meineschufa.de). So erkennen Sie veraltete oder falsche Einträge, bevor Sie einen Antrag stellen.
Wie hoch muss das Einkommen für eine Kreditkarte sein?
Ein gesetzlich festgelegtes Mindesteinkommen gibt es nicht. Jede Bank entscheidet selbst, welches Einkommen sie für eine bestimmte Karte erwartet. Bei Gold- und Premiumkarten liegen die Anforderungen meist höher als bei einfachen Karten.
Wichtiger als die genaue Höhe ist die Regelmäßigkeit. Banken bevorzugen Einkommen, das jeden Monat zuverlässig eingeht, zum Beispiel Gehalt, Rente oder Pension. Danach richtet sich auch der Kreditrahmen, also der Betrag, den Sie mit der Karte pro Monat ausgeben können.
Ohne eigenes Einkommen ist eine Kreditkarte mit Kreditrahmen kaum zu bekommen. Eine Debit- oder Prepaid-Kreditkarte ist in diesem Fall meist die bessere Wahl, weil sie ohne Kreditrahmen auskommt.
Voraussetzungen für bestimmte Personengruppen
Studierende
Viele Studierende haben nur ein geringes oder unregelmäßiges Einkommen. Banken bieten ihnen deshalb häufig Debitkarten oder Karten mit niedrigem Kreditrahmen an, oft zusammen mit einem kostenlosen Girokonto für Studierende. Als Nachweis dient dann meist die Immatrikulationsbescheinigung.
Selbstständige und Freiberufler
Selbstständige haben kein festes Gehalt. Statt Gehaltsabrechnungen verlangen Banken deshalb oft Einkommensteuerbescheide oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). Wer die Karte vor allem beruflich nutzt, sollte sich zusätzlich Business-Kreditkarten ansehen.
Rentnerinnen und Rentner
Die Rente gilt als regelmäßiges Einkommen und reicht daher in vielen Fällen für eine Kreditkarte aus. Eine gesetzliche Höchstaltersgrenze für Kreditkarten gibt es nicht.
Jugendliche unter 18 Jahren
Eine klassische Kreditkarte gibt es erst ab 18 Jahren. Für Jugendliche bieten manche Banken Prepaid- oder Debitkarten an. Die Eltern schließen den Vertrag dann ab oder stimmen ihm zu, und die Karte funktioniert nur mit vorhandenem Guthaben. Ab welchem Alter das möglich ist, legt jede Bank selbst fest.
Kreditkartenvarianten: Angepasst an individuelle Bedürfnisse
Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte. Ob und wie streng die Bank Ihre Bonität prüft, hängt vor allem davon ab, ob die Karte einen Kreditrahmen hat. Neben Charge- und Revolving-Karten gibt es Debit- und Prepaid-Kreditkarten, die ohne umfangreiche Bonitätsprüfung erhältlich sind. Trotz der Bezeichnung „Kreditkarte“ bieten diese keinen Kreditrahmen.
Kreditkartenarten im Vergleich
Welche Voraussetzungen gelten für welche Karte?
Die genauen Bedingungen legt jede Bank selbst fest. Quelle: Netkredit24.de
Charge-Karte
Alle Umsätze eines Monats werden gesammelt und einmal im Monat vollständig von Ihrem Girokonto abgebucht. Bis dahin zahlen Sie keine Zinsen. In Deutschland ist diese Variante am weitesten verbreitet.
Revolving-Karte
Bei einer Revolving-Karte zahlen Sie die Abrechnung in Raten zurück. Auf den offenen Betrag fallen Zinsen an, die oft deutlich höher sind als bei einem Ratenkredit. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Kreditkarte mit Ratenzahlung.
Debitkarten
Eine Debitkarte, zum Beispiel eine Visa Debit oder Debit Mastercard, bucht Ausgaben direkt vom verknüpften Girokonto ab und bietet keinen zusätzlichen Kreditrahmen. Dennoch ermöglicht sie grundlegende Funktionen einer Kreditkarte, wie weltweites bargeldloses Zahlen, Onlineshopping und Bargeldabhebungen. Viele Banken geben Debitkarten inzwischen standardmäßig zum Girokonto aus. Wie sie sich von der klassischen Bankkarte unterscheiden, zeigt unser Vergleich Girocard oder Kreditkarte.
Prepaid-Kreditkarten
Prepaid-Kreditkarten ähneln Guthabenkarten für Mobiltelefone. Sie laden die Karte vor der Nutzung mit Guthaben auf. Damit können Sie Zahlungen und Bargeldabhebungen wie mit einer herkömmlichen Kreditkarte tätigen, wobei die Ausgaben direkt vom aufgeladenen Guthaben abgezogen werden. Da eine Überziehung nicht möglich ist, behalten Sie Ihre Ausgaben jederzeit unter Kontrolle.
Notwendige Legitimation bei der Kreditkartenbeantragung
Wenn Sie eine Kreditkarte beantragen, sind einige Schritte zu beachten. Worauf Sie schon bei der Auswahl achten sollten, lesen Sie in diesem Ratgeber.
- Identitätsnachweis ist Pflicht: Nach dem Antrag prüft die Bank Ihre Identität. Üblich sind heute drei Wege: Video-Ident per Videochat, der Online-Ausweis (eID-Funktion des Personalausweises) mit dem Smartphone oder POSTIDENT in einer Postfiliale.
- Verrechnungskonto für Zahlungsabwicklungen: Für die Abbuchung der Umsätze und für Rückzahlungen geben Sie ein Verrechnungskonto an. In den meisten Fällen ist das Ihr bestehendes Girokonto.
- Alternative bei mangelnder Bonität: Reicht Ihre Bonität nicht aus, können Sie eine Prepaid-Kreditkarte beantragen, die ohne Bonitätsprüfung ausgegeben wird. Sie laden einen frei wählbaren Betrag auf, der Ihnen dann zur Verfügung steht.
- Einkommensabhängiger Verfügungsrahmen: Bei der Vergabe einer Kreditkarte berücksichtigt die Bank Ihr monatliches Einkommen, da sich der Verfügungsrahmen danach richtet.
Beantragung einer Kreditkarte bei Ihrer Hausbank
Wenn Sie eine Kreditkarte möchten, ist der erste Anlaufpunkt oft die eigene Hausbank. Dort werden in der Regel Charge-Karten von großen Anbietern wie Mastercard oder Visa ausgegeben, die an Ihr Girokonto gekoppelt sind. Die Umsätze werden monatlich mit dem Konto abgerechnet.
So gehen Sie vor
- Füllen Sie das Antragsformular Ihrer Bank aus und geben Sie notwendige Informationen wie Name, Adresse und Geburtsdatum an.
- Legitimieren Sie sich, indem Sie Ihren Personalausweis einem Mitarbeiter Ihrer Bank vorzeigen.
- Je nach Bank legen Sie zusätzlich Gehaltsnachweise vor, um Ihr Einkommen zu belegen.
- Die Bank führt eine Bonitätsprüfung durch, oft über die SCHUFA.
- Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie die Kreditkarte per Post.
Online-Beantragung einer Kreditkarte bei einer Direktbank
Sie können eine Kreditkarte bequem online bei einer Direktbank beantragen. In vielen Fällen profitieren Sie dabei von niedrigeren Gebühren als bei Filialbanken, häufig sogar von kostenlosen Kreditkarten.
Vorgehensweise
- Füllen Sie das Online-Antragsformular mit Ihren persönlichen Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum und Einkommen aus.
- Legitimieren Sie sich per Video-Ident, Online-Ausweis oder POSTIDENT. Bei den digitalen Verfahren ist kein Postversand nötig.
- Die Bank prüft Ihre Bonität, in der Regel über eine Auskunftei wie die SCHUFA.
- Nach der Zusage schickt Ihnen die Direktbank die Karte per Post. Viele Banken stellen sie vorab bereits als virtuelle Kreditkarte für das Smartphone bereit.
Kreditkartenoptionen: Mit und ohne Bonitätsprüfung
Bei Prepaid-Kreditkarten trägt die ausgebende Bank kaum ein finanzielles Risiko. Daher sind diese Karten oft ohne strenge Voraussetzungen erhältlich, und fast jeder kann eine Prepaid-Kreditkarte ohne Bonitätsprüfung bekommen.
Im Gegensatz dazu erhält der Inhaber einer herkömmlichen Kreditkarte einen Kreditrahmen, der sich in der Regel am Einkommen orientiert. Das erhöht das Ausfallrisiko für die Bank, weshalb eine Bonitätsprüfung zwingend erforderlich ist. Dabei sieht die Bank Ihr bisheriges Zahlungsverhalten und Ihre Kreditgeschichte, aber auch Zwangsvollstreckungen, Privatinsolvenzen oder gekündigte Konten und Ratenkredite. Bei negativen SCHUFA-Einträgen wird eine klassische Kreditkarte deshalb normalerweise abgelehnt.
Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld.
Kreditkarte abgelehnt: Gründe und nächste Schritte
Eine Ablehnung hat meist einen dieser Gründe:
- Negative SCHUFA-Einträge oder ein niedriger Score.
- Ein zu geringes oder unregelmäßiges Einkommen.
- Unvollständige oder fehlerhafte Angaben im Antrag.
- Viele Kreditanfragen in kurzer Zeit.
- Kein Wohnsitz in Deutschland.
So gehen Sie nach einer Ablehnung vor:
- Fragen Sie bei der Bank nach, ob sie Ihnen einen Grund nennen kann.
- Fordern Sie Ihre kostenlose SCHUFA-Datenkopie an und lassen Sie falsche Einträge korrigieren.
- Prüfen Sie Ihre Angaben und stellen Sie nicht sofort mehrere neue Anträge bei anderen Banken.
- Nutzen Sie übergangsweise eine Debit- oder Prepaid-Karte. Wer nach einer Kreditkarte trotz SCHUFA sucht, landet meist bei genau diesen Kartenarten.
Die Kreditkarte von Netkredit24
Auch über Netkredit24.de können Sie eine Kreditkarte beantragen. Welche Voraussetzungen dafür gelten und welche Vorteile die Karte bietet, lesen Sie auf unserer Seite zur Netkredit24.de Kreditkarte.
Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld.
Fazit
Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Kreditkarte sind Volljährigkeit, ein Wohnsitz in Deutschland, eine ausreichende Bonität und ein regelmäßiges Einkommen. Wie streng die Bank prüft, hängt von der Kartenart ab: Charge- und Revolving-Karten setzen eine gute Bonität voraus, Debit- und Prepaid-Karten erhalten Sie auch mit schwacher Bonität oder ohne Einkommen. Prüfen Sie vor dem Antrag Ihre SCHUFA-Daten und wählen Sie eine Karte, die zu Ihrem Einkommen und Ihren Ausgaben passt.
Häufig gestellte Fragen
Sie brauchen in der Regel einen Wohnsitz in Deutschland, ein Mindestalter von 18 Jahren, eine positive Bonität, ein regelmäßiges Einkommen und ein Girokonto. Außerdem müssen Sie sich mit Ihrem Personalausweis oder Reisepass legitimieren.
Ein festes Mindesteinkommen schreibt das Gesetz nicht vor. Jede Bank legt ihre Anforderungen selbst fest, wobei Premiumkarten meist ein höheres Einkommen voraussetzen. Entscheidend ist, dass Ihr Einkommen regelmäßig eingeht.
Häufige Gründe sind negative SCHUFA-Einträge, ein zu geringes oder fehlendes Einkommen, fehlerhafte Angaben im Antrag oder ein fehlender Wohnsitz in Deutschland. Eine Prepaid- oder Debitkarte erhalten Sie in diesen Fällen meist trotzdem.
Viele Kreditkarten haben heute keine Jahresgebühr. Bei Gold- und Premiumkarten fallen dagegen oft jährliche Gebühren an, dafür sind Extras wie Versicherungen enthalten. Achten Sie neben der Jahresgebühr auch auf Kosten für Bargeldabhebungen, Fremdwährungsgebühren und Zinsen bei Teilzahlung.
Für eine Kreditkarte mit Kreditrahmen müssen Sie volljährig sein. Prepaid- und Debitkarten für Jugendliche gibt es bei manchen Banken schon früher, dann übernehmen die Eltern die Verantwortung.
Der Antrag selbst dauert online nur wenige Minuten. Bis die Karte bei Ihnen ankommt, vergehen je nach Anbieter meist einige Tage bis wenige Wochen.
Mit einer Kreditkarte können Sie weltweit an Geldautomaten Geld abheben, sofern der Automat das Logo Ihres Kartenanbieters zeigt. Dabei können Gebühren anfallen, insbesondere im Ausland.