Mit dem Auszug von Zuhause in die erste eigene Wohnung kommen auf einen Schlag viele Ausgaben zusammen: Kaution, Umzug, Möbel und dazu neue monatliche Fixkosten. Wer diese Kosten früh kennt und sauber plant, startet deutlich entspannter.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten, was vor und nach dem Einzug zu erledigen ist und wie Sie den Start finanzieren, wenn das Ersparte nicht reicht.
In Kürze
- Bei der ersten eigenen Wohnung fallen einmalige Kosten wie Kaution, Umzug und Einrichtung sowie neue monatliche Fixkosten an.
- Die Mietkaution beträgt höchstens drei Nettokaltmieten (Kaltmiete ohne Nebenkosten) und darf in drei Monatsraten gezahlt werden.
- Innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug müssen Sie sich beim Bürgeramt anmelden.
- Für größere, planbare Anschaffungen ist ein Ratenkredit in der Regel günstiger als ein dauerhaft genutzter Dispokredit.
- Entscheidend ist, dass die Rate neben Miete und Lebenshaltung dauerhaft in Ihr Budget passt.
Was kostet die erste eigene Wohnung?
Die Kosten für die erste eigene Wohnung teilen sich in zwei Bereiche: Ausgaben, die einmalig beim Einzug anfallen, und Kosten, die Sie ab dann jeden Monat tragen. Beide sollten Sie getrennt planen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Posten dazugehören und wie Sie den Start finanzieren können.
Welche einmaligen Kosten fallen beim Einzug an?
- Mietkaution: Viele Vermieter verlangen eine Sicherheit von bis zu drei Nettokaltmieten, also drei Monatsmieten ohne Nebenkosten.
- Umzug: Transporter, Umzugskartons, Helfer oder ein Umzugsunternehmen.
- Möbel und Ersteinrichtung: Bett, Sofa, Tisch, Stühle, Schrank, Lampen und Vorhänge.
- Küche und Haushaltsgeräte: In manchen Mietwohnungen fehlt die Einbauküche. Dazu kommen Geschirr, Töpfe und Kleingeräte.
- Renovierung: Farbe, Werkzeug und kleinere Reparaturen, falls die Wohnung nicht frisch gestrichen übergeben wird.
- Maklerprovision: Bei Mietwohnungen zahlt seit 2015 grundsätzlich derjenige, der den Makler beauftragt hat. In den meisten Fällen ist das der Vermieter.
Welche Kosten kommen jeden Monat dazu?
- Kaltmiete und Nebenkosten, zum Beispiel für Heizung, Wasser, Müllabfuhr, Treppenhausreinigung und Grundsteuer
- Strom, Internet und Handy
- Rundfunkbeitrag, der pro Wohnung fällig wird
- Versicherungen wie Privathaftpflicht und Hausrat
- Lebensmittel, Drogerie und Mobilität
- Rücklagen für Reparaturen und einen Notgroschen
Beispielrechnung: So viel Startkapital kann nötig sein
Die folgenden Beträge sind frei gewählt und dienen nur der Orientierung. Ihre tatsächlichen Kosten hängen stark von Miete, Wohnort und Ihren Ansprüchen an die Einrichtung ab.
| Position | Beispielbetrag |
|---|---|
| Mietkaution (3 × 550 € Kaltmiete) | 1.650 € |
| Umzug mit Transporter und Helfern | 400 € |
| Grundausstattung Möbel | 2.000 € |
| Küche, Geschirr und Haushaltsgeräte | 800 € |
| Renovierung und Kleinkram | 300 € |
| Summe Startkosten | 5.150 € |
Nicht jede Ausgabe muss sofort anfallen. Wer mit einer soliden Grundausstattung startet und weitere Möbel nach und nach ergänzt, verteilt die Kosten über mehrere Monate.
Wie hoch darf die Mietkaution sein?
Die Mietkaution darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Geregelt ist das in § 551 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Für Sie als Mieterin oder Mieter sind drei Punkte besonders wichtig:
- Die Kaution darf höchstens drei Monatsmieten ohne Nebenkosten betragen.
- Sie dürfen die Kaution in drei gleichen monatlichen Teilbeträgen zahlen. Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
- Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem eigenen Vermögen anlegen.
Die Ratenzahlung ist eine spürbare Entlastung: Sie müssen den vollen Betrag nicht auf einmal aufbringen und behalten gerade im Umzugsmonat mehr finanziellen Spielraum.
Checkliste für die erste eigene Wohnung
Mit dieser Checkliste behalten Sie den Überblick vor, während und nach dem Umzug.
Vor dem Einzug
- Budget für Startkosten und monatliche Fixkosten aufstellen.
- Wohnungsanzeige und Vermieter prüfen, bevor Sie Geld überweisen. Tipps dazu finden Sie in unserem Beitrag Fake-Wohnungsanzeigen erkennen.
- Mietvertrag in Ruhe lesen, vor allem Kaution, Nebenkosten und Kündigungsfristen.
- Umzugstermin festlegen, Helfer oder Transporter organisieren.
- Strom- und Internetanbieter vergleichen und rechtzeitig beauftragen.
Beim Einzug
- Wohnungsübergabe mit Protokoll und Fotos dokumentieren.
- Zählerstände für Strom, Gas und Wasser notieren.
- Schlüssel vollständig übernehmen und quittieren lassen.
Nach dem Einzug
- Innerhalb von zwei Wochen beim Bürgeramt anmelden, wie es § 17 Bundesmeldegesetz vorschreibt. Dafür benötigen Sie die Wohnungsgeberbestätigung, eine schriftliche Bestätigung Ihres Vermieters über den Einzug. In vielen Städten brauchen Sie vorab einen Termin, den Sie meist online buchen.
- Rundfunkbeitrag anmelden.
- Adresse bei Bank, Arbeitgeber, Versicherungen und Behörden ändern.
- Privathaftpflicht prüfen und bei Bedarf eine Hausratversicherung abschließen.
Eine ausführliche Umzugscheckliste bietet auch die Verbraucherzentrale.
Wie kann ich die erste Wohnung finanzieren?
Am besten kombinieren Sie Ersparnisse, die Kaution in Raten und bei Bedarf einen Ratenkredit für größere Anschaffungen. Nicht jeder hat die gesamten Startkosten auf dem Konto, gerade beim ersten Auszug ist das völlig normal. Wichtig ist, die passende Lösung für den jeweiligen Kostenpunkt zu wählen.
Ersparnisse gezielt einsetzen
Die günstigste Finanzierung ist eigenes Geld. Setzen Sie Ersparnisse am besten für Kaution und Umzug ein und behalten Sie trotzdem einen kleinen Puffer für unerwartete Ausgaben in den ersten Monaten.
Kaution in Raten oder per Mietkautionsbürgschaft
Nutzen Sie das gesetzliche Recht, die Kaution in drei Raten zu zahlen. Alternativ akzeptieren manche Vermieter eine Mietkautionsbürgschaft. Dabei bürgt ein Anbieter gegen eine jährliche Gebühr für die Kaution. Das schont Ihren finanziellen Spielraum beim Einzug, kostet aber über die Jahre Geld und wird nicht zurückgezahlt.
Dispokredit nur für kurze Engpässe
Der Dispokredit, also der Überziehungsrahmen Ihres Girokontos, ist schnell verfügbar, aber meist teuer. Er eignet sich höchstens, um wenige Tage oder Wochen bis zum nächsten Gehalt zu überbrücken. Für größere Anschaffungen sollten Sie Alternativen zum Dispo prüfen.
Ratenkredit für Umzug und Einrichtung
Für größere, planbare Summen wie Möbel, Küche und Umzug ist ein Ratenkredit meist die bessere Wahl als der Dispokredit. Oft ist dann auch von einem Umzugskredit die Rede, gemeint ist in der Regel ein frei verwendbarer Privatkredit. Sie zahlen in festen Monatsraten zurück und wissen von Anfang an, wann der Kredit getilgt ist.
Ratenkauf beim Möbelhändler
Viele Händler bieten Finanzierungen direkt an der Kasse an. Prüfen Sie hier genau die Laufzeit, die Kosten nach einer eventuellen Aktionsphase und ob mehrere Ratenkäufe gleichzeitig laufen. Mehrere kleine Raten verlieren Sie leicht aus dem Blick.
| Option | Geeignet für | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Ersparnisse | Kaution, Umzug | Puffer für Notfälle behalten |
| Kaution in 3 Raten | Mietkaution | Gesetzliches Recht, keine Zusatzkosten |
| Mietkautionsbürgschaft | Mietkaution | Jährliche Gebühr, Vermieter muss zustimmen |
| Dispokredit | Kurze Engpässe | Hohe Zinsen bei längerer Nutzung |
| Ratenkredit | Möbel, Küche, Umzug | Rate muss dauerhaft ins Budget passen |
| Ratenkauf beim Händler | Einzelne Anschaffungen | Überblick über mehrere Raten behalten |
Wann lohnt sich ein Kredit für die erste Wohnung?
Ein Kredit lohnt sich, wenn er eine planbare Anschaffung ermöglicht und die Rate zuverlässig in Ihr neues Budget passt. Rechnen Sie dafür ehrlich durch, was nach Miete, Nebenkosten, Lebenshaltung und Rücklagen übrig bleibt.
Als grobe Orientierung gilt, dass alle Kreditraten zusammen 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens nicht überschreiten sollten. Bei einem neuen Haushalt mit vielen neuen Fixkosten ist ein deutlich niedrigerer Anteil oft die sicherere Wahl.
Wie Sie Ihre tragbare Rate Schritt für Schritt ermitteln, zeigt unser Ratgeber Wie viel Kredit kann ich mir leisten?. Hilfreich ist auch ein Monatsbudget, das Sie direkt für die neue Wohnung aufstellen.
Von einem Kredit sollten Sie eher absehen, wenn Sie die Rate nur mit Überstunden, Boni oder dem Aufbrauchen Ihrer Rücklagen bezahlen könnten. Dann ist es oft besser, mit einer einfachen Einrichtung zu starten und später zu ergänzen.
Welche Rolle spielt die SCHUFA bei der ersten eigenen Wohnung?
Die SCHUFA ist Deutschlands größte Auskunftei für Kreditdaten und spielt rund um die erste Wohnung gleich zweimal eine Rolle: Viele Vermieter verlangen eine Bonitätsauskunft, und auch eine Bank prüft vor einer Kreditzusage Ihre Kreditwürdigkeit. Diese Punkte helfen Ihnen:
- Kreditanfrage vor dem Umzug stellen: Ein frisch geänderter Wohnsitz kann den SCHUFA-Score kurzfristig belasten. Wer eine Finanzierung plant, stellt die Anfrage daher am besten vor dem Umzug. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Was beeinflusst den SCHUFA-Score?.
- SCHUFA-neutral vergleichen: Eine Konditionsanfrage wirkt sich nicht auf Ihren Score aus. So können Sie Angebote vergleichen, ohne Ihre Bonität zu belasten.
- Eigene Daten prüfen: Einmal im Jahr erhalten Sie unter meineschufa.de eine kostenlose Datenkopie und können fehlerhafte Einträge korrigieren lassen.
- Probezeit bedenken: Wer gerade einen neuen Job angetreten hat, wird von manchen Banken vorsichtiger eingestuft. Welche Faktoren bei einer Absage eine Rolle spielen, erklärt unser Ratgeber Kredit abgelehnt: Die 12 häufigsten Gründe.
Seien Sie zudem vorsichtig bei Angeboten, die eine Kreditzusage ohne jede Prüfung versprechen oder Gebühren vor der Auszahlung verlangen. Woran Sie seriöse Anbieter erkennen, lesen Sie unter Unseriöse Kredite erkennen.
Fazit: Mit Plan in die erste eigene Wohnung
Der Start in die erste eigene Wohnung bringt viele Kosten auf einmal. Mit einer realistischen Finanzplanung lässt er sich aber gut stemmen. Trennen Sie einmalige Startkosten von den laufenden Ausgaben, nutzen Sie die Möglichkeit, die Kaution in drei Raten zu zahlen, und richten Sie sich Schritt für Schritt ein. Wenn Sie für Möbel oder Umzug eine Finanzierung benötigen, vergleichen Sie Angebote und wählen Sie eine Rate, die auch mit den neuen Fixkosten entspannt in Ihr Budget passt. Mit dem Kreditrechner von Netkredit24.de können Sie verschiedene Szenarien unverbindlich durchspielen.
Häufige Fragen zur ersten eigenen Wohnung
Das hängt stark von Miete und Einrichtung ab. Neben der Kaution von bis zu drei Kaltmieten sollten Sie Umzug, Grundausstattung und einen Puffer für die ersten Monate einplanen. Schnell kommen so mehrere Tausend Euro zusammen, die sich durch eine schrittweise Einrichtung aber verteilen lassen.
Zuerst zählt das Nötigste: Bett, Beleuchtung, eine Grundausstattung für Küche und Bad sowie Vorhänge oder Sichtschutz. Sofa, Deko und weitere Möbel können Sie nach und nach ergänzen.
Ja. Nach § 551 BGB dürfen Sie die Kaution in drei gleichen monatlichen Teilbeträgen zahlen. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
Ja. Viele Vermieter akzeptieren eine Elternbürgschaft als Sicherheit, gerade bei Auszubildenden und Studierenden. Ihre Eltern haften dann, wenn Sie Miete oder Schäden nicht bezahlen. Verlangt der Vermieter zusätzlich eine Kaution, dürfen beide Sicherheiten zusammen in der Regel drei Nettokaltmieten nicht übersteigen.
Ein Ratenkredit lohnt sich für größere, planbare Anschaffungen wie Möbel oder Küche, wenn die Rate dauerhaft in Ihr Budget passt. Für kurze Engpässe oder wenn die Rate nur knapp tragbar wäre, ist eine schrittweise Einrichtung oft die bessere Wahl.
Meist ist mit einem Umzugskredit ein frei verwendbarer Ratenkredit gemeint. Sie können damit Umzug, Einrichtung und Renovierung finanzieren und zahlen in festen Monatsraten zurück.
Ein frisch geänderter Wohnsitz kann den SCHUFA-Score kurzfristig belasten. Planen Sie eine Finanzierung, lohnt es sich daher, die Anfrage vor dem Umzug zu stellen.

