Wussten Sie, dass Ihr Einkommen keinen Einfluss auf Ihren SCHUFA-Score hat? Und dass auch Ihr Beruf oder Ihre pünktlichen Mietzahlungen in der Regel nicht berücksichtigt werden? Viele Menschen glauben, diese Faktoren würden über ihre Kreditwürdigkeit entscheiden. Das stimmt so nicht.
Wer nicht weiß, was den Score tatsächlich beeinflusst, kann ihn auch nicht gezielt verbessern. Seit dem 17. März 2026 gibt es dazu eine wichtige Neuerung: Die SCHUFA hat ihr Bewertungssystem grundlegend überarbeitet. Zum ersten Mal sind die Kriterien, die den Score bestimmen, öffentlich einsehbar. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Faktoren Ihren SCHUFA-Score wirklich beeinflussen, welche Mythen sich hartnäckig halten und wie Sie Ihren Score Schritt für Schritt verbessern können.
Was bedeutet der SCHUFA-Score?
Der SCHUFA-Score ist eine Zahl, die zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre finanziellen Verpflichtungen pünktlich erfüllen. Banken, Vermieter, Mobilfunkanbieter und Online-Händler nutzen diesen Wert, um Entscheidungen zu treffen: Bekommen Sie den Kredit? Zu welchem Zinssatz? Wird Ihnen die Wohnung vermietet?
Bis März 2026 arbeitete die SCHUFA mit einem sogenannten Basisscore auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent. Wie dieser Wert genau berechnet wurde, war für Verbraucher kaum nachvollziehbar. Zusätzlich gab es verschiedene Branchenscores für Banken, Handel und Telekommunikation, die teilweise voneinander abwichen.
Seit dem 17. März 2026 gilt ein einheitliches Punktesystem auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten. Je höher Ihr Wert, desto geringer wird Ihr Ausfallrisiko eingeschätzt. Die folgende SCHUFA-Score-Tabelle zeigt die vier Bonitätsklassen im Überblick.
| Punktebereich | Bonitätsklasse |
| 776 – 999 | Hervorragend |
| 709 – 775 | Gut |
| 500 – 708 | Akzeptabel |
| 100 – 499 | Erhöhtes Risiko |
Ein guter SCHUFA-Score beginnt bei 709 Punkten. Ab 776 Punkten haben Sie die besten Chancen auf günstige Kreditkonditionen. Wichtig zu wissen: Wenn Sie offene Zahlungsstörungen haben, berechnet die SCHUFA gar keinen Score.

Was die SCHUFA speichert und was nicht?
Bevor wir auf die einzelnen Kriterien eingehen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, welche Daten die SCHUFA überhaupt speichert. Denn viele Menschen überschätzen, was die Auskunftei über sie weiß.
| Was die SCHUFA speichert | Was die SCHUFA nicht speichert |
|---|---|
| Girokonten, Kreditkarten und Ratenkredite | Ihr Einkommen oder Vermögen |
| Laufzeit und Status dieser Verträge | Ihren Beruf oder Ihren Arbeitgeber |
| Zahlungsstörungen und Mahnverfahren | Ihren Familienstand |
| Kreditanfragen bei Banken | Ihre Mietzahlungen (außer Negativeinträge) |
| Aktuelle und frühere Wohnadressen | Informationen zu Religion, Herkunft, etc. |
| Ob eine Identitätsprüfung vorliegt |
Das bedeutet: Wer pünktlich die Miete zahlt, verbessert damit seinen Score nicht automatisch. Erst wenn eine Zahlung ausbleibt und der Vermieter dies meldet, wird es für die SCHUFA relevant.
Die 12 Kriterien des neuen SCHUFA-Scores
Das Wichtigste an der Reform vom März 2026: Statt rund 250 internen Merkmalen fließen jetzt nur noch 12 klar benannte Kriterien in die Berechnung ein. Für jedes Kriterium gibt es eine feste Punktespanne. Je größer diese Spanne, desto stärker beeinflusst das Kriterium Ihren Gesamtscore.

1. Zahlungsstörungen (bis zu 264 Punkte)
Dies ist das mit Abstand wichtigste Kriterium. Unbezahlte Rechnungen, die nach mehreren Mahnungen gemeldet werden, Vollstreckungsbescheide oder titulierte Forderungen schlagen hier am stärksten zu Buche. Haben Sie offene Zahlungsstörungen, wird von der SCHUFA überhaupt kein Score berechnet.
Gute Nachricht: Seit Januar 2025 gilt eine verkürzte Speicherfrist. Eine erste Zahlungsstörung kann unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach 18 Monaten gelöscht werden, wenn die Forderung innerhalb von 100 Tagen beglichen wurde.

2. Alter des ältesten Bankvertrags
Langjährige Bankbeziehungen gelten als Stabilitätssignal. Wer sein Girokonto seit Jahren beim selben Institut führt, wird durch dieses Kriterium positiv bewertet. Häufige Bankwechsel oder das Schließen alter Konten können sich dagegen nachteilig auswirken.

3. Alter der ältesten Kreditkarte
Ähnlich wie beim Bankkonto gilt: Eine seit Jahren geführte Kreditkarte mit sauberem Zahlungsverhalten wirkt sich positiv aus. Es lohnt sich daher oft, eine bestehende Kreditkarte zu behalten, auch wenn sie selten genutzt wird.

4. Alter der aktuellen Adresse
Wer häufig umzieht, verliert Punkte. Die SCHUFA bewertet eine stabile Wohnsituation als Zeichen finanzieller Verlässlichkeit. Wer berufsbedingt oft den Wohnort wechselt, kann dadurch schlechter abschneiden, obwohl das Zahlungsverhalten einwandfrei ist.

5. Alter des jüngsten Rahmenkredits
Frisch aufgenommene Dispositions- oder Rahmenkredite senken den Score kurzfristig. Ältere, stabil geführte Kredite dieser Art wirken sich dagegen positiv aus.

6. Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten
Viele neue Konten oder Kreditkartenanfragen in kurzer Zeit belasten den Score. Dieses Kriterium misst, wie aktiv jemand neue Finanzprodukte beantragt. Zu viel Aktivität in kurzer Zeit gilt als Warnsignal.

7. Anfragen außerhalb des Bankenbereichs
Auch Anfragen bei Mobilfunkanbietern, Versandhändlern oder Energieversorgern fließen hier ein. Wer in kurzer Zeit viele neue Verträge abschließt, wird als potenziell risikobehaftet eingestuft.

8. Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
Mehrere neue Ratenkredite innerhalb eines Jahres deuten auf erhöhten Finanzierungsbedarf hin. Dieses Kriterium bewertet die Kreditaktivität der jüngeren Vergangenheit.

9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite
Wer noch viele Jahre an Ratenkredite gebunden ist, wird hier vorsichtiger bewertet als jemand, dessen Kredite sich dem Ende nähern.

10. Kreditstatus
Ob laufende Kredite ordnungsgemäß bedient werden, fließt in dieses Kriterium ein. Rückstände bei aktiven Kreditverpflichtungen wirken sich direkt negativ auf den Score aus.

11. Immobilienkredit (bis zu 55 Punkte)
Das Vorliegen eines Immobilienkredits wird positiv gewertet. Ein laufendes Immobiliendarlehen gilt als Hinweis auf finanzielle Stabilität.

12. Vorliegen einer Identitätsprüfung (0 oder 38 Punkte)
Ob eine verifizierte Identitätsprüfung vorliegt, zum Beispiel durch die Online-Ausweisfunktion (eID) im neuen SCHUFA-Account, beeinflusst den Score. Eine bestätigte Identität verbessert die Datenqualität und wirkt sich positiv aus.

Häufige Mythen rund um den SCHUFA-Score
Mythos 1: „Eine Kreditanfrage schadet meinem Score dauerhaft.“
Das stimmt pauschal nicht. Es gibt zwei verschiedene Arten von Anfragen:
Eine Konditionsanfrage, wie sie beim unverbindlichen Kreditvergleich bei Netkredit24 gestellt wird, ist SCHUFA-neutral. Sie hat keinen Einfluss auf Ihren Score. Erst eine harte Kreditanfrage im Rahmen einer konkreten Kreditentscheidung kann den Score kurzfristig belasten.
Zudem gilt seit März 2026 eine neue Regel: Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen werden nur noch einmal gewertet. Kreditvergleiche im Zeitraum eines Monats sind damit deutlich risikoärmer als früher.
Mythos 2: „Ein hoher Score garantiert mir den Kredit.“
Leider nicht. Der SCHUFA-Score ist eine Entscheidungshilfe, kein Freifahrtschein. Bei der SCHUFA-Bonitätsprüfung greifen Banken und Vermieter auf Ihren Score zurück. Allerdings berücksichtigen Banken zusätzlich dazu noch Ihr Einkommen, Ihre laufenden Ausgaben, die Kredithöhe und die gewünschte Laufzeit. Selbst ein sehr guter Score bedeutet daher keine automatische Zusage.
Mythos 3: „Wenn ich meinen Score selbst abfrage, wird er schlechter.“
Falsch. Die kostenlose Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO sowie die Einsicht in Ihren Score im SCHUFA-Account sind ausdrücklich schufa-neutral. Sie können Ihre Daten jederzeit kostenlos einsehen, ohne sich zu schaden.
Mythos 4: „Viele Konten schaden dem Score immer.“
Nicht unbedingt. Langjährig geführte Konten und Kreditkarten wirken sich nach dem neuen Modell sogar positiv aus. Was den Score belastet, ist die plötzliche Eröffnung vieler neuer Konten in kurzer Zeit.
So können Sie Ihren SCHUFA-Score verbessern
Wenn Sie Ihren SCHUFA-Score verbessern oder erhöhen möchten, helfen diese Schritte am meisten:
Rechnungen und Raten pünktlich bezahlen. Das ist der wichtigste Hebel überhaupt. Zahlungsstörungen, also SCHUFA-Negativmerkmale, beeinflussen den Score stärker als jedes andere Kriterium. Wer seine Zahlungen zuverlässig leistet, legt die beste Grundlage für einen guten Score.
Negativeinträge prüfen und anfechten. Fordern Sie regelmäßig Ihre kostenlose Datenkopie an und prüfen Sie, ob alle Einträge korrekt und aktuell sind. Veraltete oder fehlerhafte Einträge können und sollten Sie löschen lassen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema SCHUFA-Eintrag löschen lassen.
Bestehende Finanzbeziehungen pflegen. Behalten Sie Ihr altes Girokonto und Ihre alte Kreditkarte. Die Dauer bestehender Verträge zählt im neuen Modell stärker als zuvor.
Die Kreditkarte als Hilfsmittel nutzen. Eine verantwortungsvoll genutzte Kreditkarte mit pünktlichen Rückzahlungen sendet positive Signale an die SCHUFA. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel SCHUFA-Score verbessern dank Kreditkarte.
Umzüge bewusst einplanen. Wer in naher Zukunft einen Kredit beantragen möchte, sollte bedenken: Ein frisch geänderter Wohnsitz kann den Score kurzfristig belasten. Wenn möglich, lohnt es sich, größere Kreditanfragen vor einem Umzug zu stellen.
Kreditanfragen bündeln. Dank der neuen 28-Tage-Regelung werden mehrere Anfragen innerhalb eines Monats nur einmal gezählt. Nutzen Sie Vergleichsportale und fragen Sie Konditionen gebündelt ab.
Keine unnötigen neuen Konten oder Verträge eröffnen. Besonders in den Monaten vor einer geplanten Kreditaufnahme sollten Sie größere Finanzierungsaktivitäten vermeiden.

Wie schnell erholt sich der SCHUFA-Score?
Der Score wird zu Beginn jedes Quartals aktualisiert. Konkrete Verbesserungen zeigen sich daher erst beim nächsten Quartals-Update, also mit einigen Wochen Verzögerung.
Wenn ein Negativeintrag nach Ablauf der Speicherfrist gelöscht wird, spiegelt sich das beim nächsten Quartals-Update wider. Bei einer ersten Zahlungsstörung, die innerhalb von 100 Tagen beglichen wurde, kann die seit Januar 2025 geltende verkürzte Speicherfrist von 18 Monaten die Erholung deutlich beschleunigen.
Wer konsequent an den richtigen Stellen ansetzt, also Rechnungen pünktlich zahlt, Negativeinträge bereinigt und bestehende Verträge pflegt, kann den Score über mehrere Quartale spürbar verbessern. Schnelle Wunder gibt es nicht, aber mit etwas Geduld und den richtigen Maßnahmen lässt sich viel erreichen.
Den neuen SCHUFA-Score kostenlos einsehen
Seit März 2026 können Sie Ihren Score erstmals kostenlos und jederzeit digital einsehen. Den Zugang bietet der SCHUFA-Account über Browser oder die SCHUFA-App. Für die Registrierung ist eine einmalige Identitätsbestätigung erforderlich, entweder per Online-Ausweis (eID) oder per Post.
Darüber hinaus haben Sie weiterhin das Recht, einmal jährlich eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anzufordern. Wie das funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Artikel zur SCHUFA-Auskunft beantragen.
Hinweis: Aktuell nutzen rund 25 Prozent der Unternehmen bereits das neue Scoring-Modell. Bis Ende 2026 soll dieser Anteil auf etwa 50 Prozent steigen. Es ist daher möglich, dass Ihr Vertragspartner in der Übergangsphase noch den alten Basisscore abfragt, während Sie im SCHUFA-Account bereits Ihren neuen Punktestand sehen.
Fazit
Der neue SCHUFA-Score macht eines möglich, das lange undenkbar war: Er zeigt offen, welche Faktoren wirklich zählen. Die 12 Kriterien machen deutlich, dass stabiles Verhalten und pünktliche Zahlungen die wichtigsten Säulen guter Bonität sind. Einkommen, Beruf und viele andere Faktoren spielen hingegen keine Rolle.
Das bedeutet für Sie: Sie sind Ihrem Score nicht hilflos ausgeliefert. Wer die richtigen Stellschrauben kennt, kann aktiv daran arbeiten, seinen SCHUFA-Score zu verbessern.
Möchten Sie prüfen, welche Kreditkonditionen aktuell für Sie möglich sind? Bei Netkredit24 können Sie eine schufa-neutrale Konditionsanfrage stellen, ohne Ihren Score zu belasten.
Häufige Fragen zum SCHUFA-Score
Zahlungsstörungen haben den größten Einfluss. Sie können bis zu 264 Punkte ausmachen und sind das gewichtigste der 12 Kriterien. Offene Forderungen können sogar dazu führen, dass überhaupt kein Score berechnet wird.
Nein. Die SCHUFA speichert keine Einkommensdaten. Ihr Verdienst fließt nicht in den SCHUFA-Score ein. Banken berücksichtigen das Einkommen bei ihrer eigenen Kreditentscheidung jedoch separat.
Eine schufa-neutrale Konditionsanfrage schadet nicht. Erst eine harte Kreditanfrage kann den Score kurzfristig beeinflussen. Seit März 2026 werden außerdem mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen nur einmal gezählt.
Ab 709 Punkten gilt der Score als „Gut“. Ab 776 Punkten als „Hervorragend“. Mit einem hervorragenden Score haben Sie die besten Chancen auf günstige Kreditkonditionen.
Der Score wird quartalsweise aktualisiert. Verbesserungen durch pünktliche Zahlungen oder gelöschte Negativeinträge zeigen sich beim nächsten Update, typischerweise innerhalb von einem bis drei Monaten.
Ja. Das Alter der aktuellen Adresse ist eines der 12 Kriterien. Häufige Umzüge können den Score kurzfristig senken, auch wenn das Zahlungsverhalten einwandfrei ist.

